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Gregory David Roberts: Shantaram

Eine ebenso tollkühne wie bewegende Reise ohne Rückfahrkarte in das Indien abseits der touristischen Routen

Als der Australier Lindsay in Bombay strandet, hat er zwei Jahre Gefängnis hinter sich und ist auf der Flucht vor Interpol. Zu seinem großen Glück begegnet er dem jungen Inder Prabaker, der ihn unter seine Fittiche nimmt. Auf ihren Streifzügen durch die exotische Metropole schließen die beiden eine innige Freundschaft, und Lindsay lernt nicht nur die Landessprache, sondern auch, mit sich ins Reine zu kommen: Er wird zu „Shantaram“, einem „Mann des Friedens“, und kämpft für die Ärmsten der Armen. Doch dann verfällt Lindsay einer Deutsch-Amerikanerin mit dubiosen Kontakten zur Unterwelt …

Quelle: Random House

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Barack Obama veröffentlicht Memoiren nach US-Wahl: „A Promised Land“

Die Autobiographie seiner Frau Michelle war zu einem internationalen Bestseller geworden. Nun zieht auch der ehemalige US-Präsident nach: Die Memoiren von Barack Obama erscheinen in 25 Sprachen – auch auf Deutsch.
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Deniz Ohde, Romandebüt „Streulicht“: Integriert, aber einsam

Was nützen Studium und sozialer Aufstieg, wenn man Außenseiterin bleibt? In Deniz Ohdes bemerkenswertem Debütroman „Streulicht“ erzählt eine deutsch-türkische Arbeitertochter aus ihrem trüben Alltag.
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Ulrike Draesner: „Schwitters“ – Im Kosmos eines Ausnahmekünstlers

Das Cover von Ulrike Draesners Roman “Schwitters” vor Deutschlandfunk Kultur Hintergrund. (Penguin / Deutschlandradio)Nach 361 Jahren Ansässigkeit in Hannover gilt die jüdische Familie Schwitters 1936 nicht mehr als deutsch und Kurt Schwitters geht ins Exil nach Norwegen. Das Leben dieses Jahrhundertkünstlers zeichnet Ulrike Draesner in ihrem Roman „Schwitters“ nach.

Deutschlandfunk Kultur, Buchkritik
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Giulia Caminito: „Ein Tag wird kommen“ – Erstaunlich aktuell durch Pandemie und Proteste

Cover des Buchs "Ein Tag wird kommen" von Giulia Caminito vor orangenem Pastellhintergrund (Verlag Klaus Wagenbach / Deutschlandradio)Die 32-jährige Schriftstellerin Giulia Caminito wird in Italien für ihr Erzähltalent gefeiert. Jetzt ist ihr erstes Buch auf Deutsch erschienen: ein Roman über ein Dorf vor 100 Jahren, das unserem Heute verblüffend ähnelt.

Deutschlandfunk Kultur, Buchkritik
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„Die Scham“ von Annie Ernaux: Freitags immer Fisch, an einem Sonntag fast ein Totschlag

Die Französin Annie Ernaux gilt als „Ethnologin ihrer selbst“. Nun erscheint das Buch „Die Scham“ auf Deutsch, in dem sie ihre inneren Bilder nach einem zentralen Ereignis ihrer Kindheit durchforscht.
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Olive Schreiner: Die Geschichte einer afrikanischen Farm

Ein bewegendes Meisterwerk über weibliche Emanzipation und Selbstbestimmung in der kolonialen Männerwelt

«The Story of an African Farm» gilt als das südafrikanische «Wuthering Heights». Der autobiografisch inspirierte Roman der deutsch- und englischstämmigen Autorin, erschienen 1883, schildert das Schicksal einer eigenwilligen Heldin namens Lyndall. Schon als junges Mädchen lernt sie die Bigotterie und Ignoranz der Menschen kennen und erfährt, wie beschränkt die Lebensperspektiven für ihresgleichen sind. Doch dank einer großen inneren Stärke verteidigt sie in der Farmerswelt der südafrikanischen Karoo ihre Unabhängigkeit und verliert dabei das Ziel nie aus den Augen: weibliche Selbstbestimmung bis zuletzt. Schreiners Erzählkunst fasziniert nicht nur durch ihren einfühlsamen Ton und ihre große künstlerische Sensibilität, sondern widmet sich auch emanzipatorischen Themen wie Sexualität, voreheliche Schwangerschaft sowie die unrühmliche Rolle des Christentums bei der Bevormundung des «schwachen Geschlechts». Das Buch, seinerzeit ein Welterfolg, erscheint anlässlich des 100. Todestags der Feministin und Menschenrechtlerin am 11.12.2020 nun in einer Neuübersetzung.

Quelle: Random House

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„Normale Menschen“ von Sally Rooney: Nur die Liebe zählt – Rezension

Sally Rooney ist der Star der Millennial-Literatur, jetzt erscheint ihr zweiter Roman „Normal People“ endlich auf Deutsch – und verblüfft mit jungen Menschen, die sich an altmodische Werte klammern.
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Bendikowski: “1870/71” und Pölking/Sackarnd: “Der Bruderkrieg” – Der deutsch-französische Krieg

Die Cover von "Der Mythos von deutscher Einheit" und "Der Bruderkrieg 1870/71" auf orangefarbenem Untergrund. (Deutschlandradio/ C.Bertelsmann/ Herder)Vor 150 Jahren bekriegten sich Deutschland und Frankreich – und das Deutsche Reich wurde gegründet. Zwei Bücher erzählen die Geschichte dieser Ereignisse mit sehr unterschiedlichen Akzentsetzungen neu.

Deutschlandfunk Kultur, Buchkritik
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Susanne Gaensheimer (Hrsg.), Falk Wolf (Hrsg.): Thomas Ruff (Deutsch/Englisch)

Das Buch zeigt Thomas Ruffs Fotoserien der letzten 20 Jahre.

Die umfangreiche Publikation von Thomas Ruff (*1958, lebt in Düsseldorf) konzentriert sich auf Fotoserien aus den vergangenen 20 Jahren, bei denen der zu den wichtigsten Vertretern der zeitgenössischen Fotografie zählende Künstler kaum noch selbst eine Kamera zur Hand nahm. Für seine oft großformatigen Bilder verwendete er stattdessen gefundene Fotografien unterschiedlichster Herkunft. Das Buch bietet daher nicht nur einen Überblick über Ruffs Schaffen der vergangenen Jahrzehnte, sondern auch über fast 170 Jahre Fotogeschichte.

Die Bildquellen reichen von der Atelierfotografie des 19. Jahrhunderts bis zu den maschinengemachten Aufnahmen ferner Planeten, von Pressefotos der Nachkriegszeit bis zu Propagandabildern aus der Volksrepublik China. In der Auseinandersetzung mit diesen unterschiedlichen Bildwelten erkundet Ruff in jeder Serie die technischen Bedingungen von Fotografie: das Negativ, die digitale Bildkomprimierung oder auch die Rasterung beim Offset-Druck. Zugleich nimmt er das Nachleben der Bilder in Archiven, Datenbanken und im Internet in den Blick und formuliert so höchst vielschichtige Perspektiven auf das fotografische Medium und die immer schon fotografierte Welt.

Quelle: Random House

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Leonid Zypkin: „Die Brücke über den Fluss“ – Verschmelzung von Zeit und Raum

Das Covermotiv des Romans "Die Brücke über den Fluss" von Leonid Zypkin besteht aus einem ein historischen sepiafarbigem Foto eines kleinen Jungen mit einem Fahrrad vor einem Fluß. (Aufbau Verlag / Deutschlandradio)Die autobiographische Erzählung „Die Brücke über den Fluss“ des Russen Leonid Zypkin erscheint nach 50 Jahren erstmals auf Deutsch: ein unendlicher, assoziativer Erinnerungsstrom über Themen wie Krieg, Tod, Liebe und das Altern.

Deutschlandfunk Kultur, Buchkritik

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Georges Perros: „Klebebilder“ – Geistesblitze eines gierigen Lesers

Das Buchcover von "Klebebilder" vor orangefarbenem Hintergrund. (Deutschlandradio/ Mattes und Seitz)„Klebebilder“, die erstmals auf Deutsch erschienenen Notizhefte des französischen Autors Georges Perros, wirbeln das Bewusstsein aufs Schönste durcheinander. Mini-Wutanfälle stehen neben Naturimpressionen, Verzweiflung neben surrealem Witz.

Deutschlandfunk Kultur, Lesart
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Deutsch-Italienischer Übersetzerpreis : Verena von Koskull wird ausgezeichnet

Verena von Koskull wird mit dem Deutsch-Italienischen Übersetzerpreis ausgezeichnet. Die Historikerin Friederike Hausmann wird für ihr Lebenswerk geehrt – und ein Nachwuchspreis vergeben. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.
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Deutsch-französisches Leseprojekt: Im neuen Format

Der „Prix des lycéens allemands“, eine Initiative des Institut français Deutschland und des Ernst Klett Sprachen Verlags, wird künftig in einem neuen Format stattfinden. Lehrkräfte sind dazu eingeladen, sich für das Jahr 2021 anzumelden.
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„Hitze“ von Victor Jestin: Heißer Sommer, schlechter Sex – Rezension

Coming-of-Age auf dem Zeltplatz: Ein Teenager taumelt durch die Gnadenlosigkeit des französischen Sommers. Victor Jestins Debütroman wurde in Frankreich gefeiert – nun erscheint er auf Deutsch.
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Alyson Richman: Das Zimmer aus Samt – Roman

Paris, 1938. Ein luxuriöses Appartement voller Gemälde, kostbarer Gegenstände und Geheimnisse. Das ist genau der richtige Stoff für Solange, die Romane schreiben will. Dort erfährt sie die Geschichte ihrer Großmutter Marthe de Florian, die bisher eine Fremde für sie war. Marthe wuchs in Armut auf und traf als mittellose Näherin auf ihren reichen Gönner Charles. Er sperrte sie in einen samtenen Käfig, den sie selber mit Kostbarkeiten füllte. Nach Charles Tod wurde sie zur Muse des Malers Boldini. Doch während Marthe von einer goldenen Zeit berichtet, wird die Situation für Solange und ihren jüdischen Verlobten im deutsch besetzten Paris immer bedrohlicher. Können sie ihre Geschichte zurücklassen, um in der Fremde eine neue zu schreiben?

Quelle: Random House

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Pulitzer Preis für Penguin-Autor Benjamin Moser

Für seine hochgelobtes Werk über Susan Sontag erhielt der Autor den Pulitzer Preis 2020 in der Kategorie »Biografie« 

Susan Sontags glamouröse Erscheinung ist so legendär wie ihr schneidender Verstand. Das Themenspektrum, das sie in ihrem beeindruckenden literarischen Werk bearbeitete, reicht von postabstrakter Malerei über Pornografie und Existenzialismus bis hin zu Krebs und Kriegsfotografie. Für seine monumentale, jetzt mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnete Biografie dieser Literaturikone des 20. Jahrhunderts konnte Benjamin Moser zahlreiche private Aufzeichnungen auswerten und erstmals Lebensgefährten wie Annie Leibovitz befragen. Sein tiefgründiges, intimes Porträt vermisst das Leben und den geistigen Kosmos dieser Intellektuellen, die wohl ebenso sehr bewundert wie gehasst wurde und für die ihre Freundin Jamaica Kincaid einmal die Worte fand: »Sie war großartig. Ich glaube, seit ich Susan kenne, möchte ich nicht mehr großartig sein.« »Sontag. Die Biografie« ist in den USA bereits erschienen und wurde von der Kritik hoch gelobt. Am 14. September erscheint der Titel auf Deutsch im Penguin Verlag. »Ein biographischer Meilenstein … zu einem unvergleichlichen Schwergewicht der Literatur.« New York TimesWeitere Informationen zum Autor und zum Titel finden Sie hier: https://www.randomhouse.de/Buch/Sontag/Benjamin-Moser/Penguin/e579811.rhd
Quelle: Random House

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Pulitzer-Preis für Colson Whitehead – Im Horrorkabinett des Rassismus

Porträt von Colson Whitehead auf der lit.cologne 2019. (Imago / Future Image / Christoph Hardt)Der US-Schriftsteller Colson Whitehead bekommt zum zweiten Mal den Pulitzer-Preis. Sein 2019 auch auf deutsch erschienener Roman „Die Nickel Boys“ erzählt von einer Besserungsanstalt für jugendliche Straftäter in Florida, einer Hölle aus Gewalt und Willkür.

Deutschlandfunk Kultur, Buchkritik
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Karosh Taha über „Im Bauch der Königin“ – Von prügelnden und promisken Frauen

Autorin Karosh Taha steht auf einem Gang auf dem Leipziger Messegelände, der Hintergrund ist unscharf.  (picture alliance/ dpa-Zentralbild / Jens Kalaene)Was heißt es heute, eine deutsch-kurdische Frau zu sein? Das verhandelt Karosh Taha in ihrem neuen Roman anhand von zwei Frauen, die mit gesellschaftlichen Regeln brechen. „Migrantenliteratur“ sei ihr Buch nicht, sagt die Autorin.

Deutschlandfunk Kultur, Lesart
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Wolfgang Emmerich: „Nahe Fremde. Paul Celan und die Deutschen“ – Deutsch als Sprache, nicht als Nationalität

Wolfgang Emmerich: Nahe Fremde. Paul Celan und die Deutschen (Wallstein Verlag / Deutschlandradio)Heute vor 50 Jahren starb Paul Celan – einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dichter der Nachkriegszeit. Sein zeitlebens problematisches Verhältnis zu Deutschland beleuchtet jetzt Wolfgang Emmerich in einem neuen Buch.

Deutschlandfunk Kultur, Lesart
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Georges-Arthur Goldschmidt: „Vom Nachexil“ – Das Französische war die Befreiung

Buchcover von Georges-Arthur Goldschmidt: "Vom Nachexil", Wallstein Verlag (Wallstein Verlag)Als Kind musste Georges-Arthur Goldschmidt vor den Nationalsozialisten aus Deutschland nach Frankreich fliehen. In dem schmalen, stilistisch brillanten Band „Vom Nachexil“ verdichtet er nun eine ganze Epoche deutsch-jüdischen Lebens.

Deutschlandfunk Kultur, Lesart
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Posted in Kultur

Berlinale-Blogger 2020 : Deutsch-indisches Networking

Martin-Gropius-Bau: Blick in das Atrium der Heimstätte des European Film Market
Wie steht es um den europäischen Film in Indien? Anjana Singh erfährt mehr dazu auf dem European Film Market (EFM), einem der wichtigsten Marktplätze für das Bewerben von Filmen.
Quelle: Goethe-Institut

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Buchcharts – die aktuellen Bestsellerlisten: „Ostfriesenhölle“ entert die Eins

Von Null auf Eins: Klaus-Peter Wolf gelingt mit seinem 14. Ostfriesenkrimi auf Anhieb der Sprung an die Spitze der TB-Charts (Belletristik). Zum 70. Geburtstag von Håkan Nesser erscheint dessen erster Roman erstmals auf Deutsch. Welche weiteren Neulinge es in unseren Charts gibt, lesen Sie hier.
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Abbas Khider über „Palast der Miserablen“ – Wo Literatur Oase und Gefahr ist

Ein Buchhändler an seinem Stand in der Muntanabi-Straße. (Getty Images / Metrography / Ali Arkady)Richtig bekannt wurde der deutsch-irakische Schriftsteller Abbas Khider 2019 mit einer Satire über das Deutsche. Der neue Roman „Palast der Miserablen“ spielt Ende der 80er im Irak und erzählt von einem Jungen, der für die Literatur sein Leben riskiert.

Deutschlandfunk Kultur, Lesart
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Michael Borchard: „David Ben-Gurion und Konrad Adenauer“ – Eine nicht selbstverständliche Freundschaft

Zu sehen ist das Cover des "Eine unmögliche Freundschaft. David Ben-Gurion und Konrad Adenauer" von Buches Michael Borchard. (Herder Verlag / Deutschlandradio)Die beiden Politiker Konrad Adenauer und David Ben-Gurion verband eine Freundschaft, die grundlegend für das deutsch-israelische Verhältnis nach dem Holocaust wurde. Michael Borchard hat eine differenzierte Darstellung vorgelegt.

Deutschlandfunk Kultur, Buchkritik

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Thomas Wolfe, Oliver Lubrich (Hrsg.): Eine Deutschlandreise – Literarische Zeitbilder 1926–1936 mit 16 historischen Fotos und Illustrationen

Ein US-Amerikaner mit deutschen Wurzeln blickt liebevoll-kritisch auf das Deutschland zwischen 1926 und 1936

Er schlenderte mit James Joyce durch Goethes Geburtshaus, schunkelte auf dem Münchner Oktoberfest und durchzechte mit seinem Lektor Heinrich Maria Ledig-Rowohlt Berliner Sommernächte. Kein Autor der amerikanischen Moderne drang tiefer in deutsche Kultur und Mentalität ein als Thomas Wolfe, und so sind seine Deutschlanderkundungen zwischen 1926 und 1936 auch Reisen zu sich selbst. Im liebevollen und zugleich kritischen Blick des großen Erzählers lässt sich jene entscheidende Epoche miterleben, als die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts die denkbar fatalste Wendung nahm.

Dieser Band enthält drei Stories («Dunkel im Walde, fremd wie die Zeit», «Oktoberfest», «Nun will ich Ihnen was sagen»), den Zeitschriftenartikel «Brooklyn, Europa und ich» sowie weitere faszinierende Fundstücke aus den Notizbüchern und Briefen des Autors in Erst- und Neuübersetzung, exklusiv zusammengestellt von Oliver Lubrich. Im Spannungsfeld zwischen Zeitdokumenten und erzählender Literatur entsteht ein beeindruckendes Panorama deutsch-amerikanischer Kulturgeschichte.

Mit 8 Originalseiten aus den Notizbüchern des Autors und 20 historischen Fotos

Schon als Sechsundzwanzigjähriger, bei seinem ersten Besuch, schwärmt Wolfe für die Heimat von Dürer, Goethe und Beethoven. Als er wiederkommt, steht er staunend vor den Schaufenstern deutscher Buchhandlungen, pilgert durch deutsche Museen und Bierkeller. Er besingt die Schönheit des Rheins, lässt sich bezaubern von den Altstadtidyllen Frankfurts und Nürnbergs, vom märchenhaften Schwarzwald, vor allem aber von der gastfreundlichen Aufnahme durch ein Kulturvolk, das sich seine Herzlichkeit und seinen liebenswerten Eigensinn bewahrt zu haben scheint. Keineswegs blind für bedenkliche Zeitsymptome, überwiegen doch die positiven Eindrücke bei Weitem. Nicht einmal eine blutige Wiesn-Schlägerei heilt den amerikanischen Dauergast von seiner akuten Germanophilie. Mitte der 1930er kehrt Wolfe als Weltberühmtheit in das Land seiner Vorväter zurück, wo man den Autor von «Schau heimwärts, Engel» euphorisch feiert. Er wird Zeuge des nationalsozialistischen Massenwahns und der Selbstinszenierungsorgie des «Dark Messiah» (wie er Hitler nennt) während der Olympischen Spiele 1936. Was Thomas Wolfe lange nicht wahrhaben wollte, wird ihm nun schlagartig klar: «Good old Germany», die Heimstatt von Humanität und unbedingtem Freiheitsstreben, gibt es nicht mehr. Und so endet die Liebe zu Deutschland, seiner zweiten Heimat, mit der schmerzlichen Abkehr und dem Abschied für immer.

«I have the deepest and most genuine affection for Germany, where I have spent some of the happiest and most fruitful months of my life.» Thomas Wolfe

Quelle: Random House

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Schriftstellerin Annette Kolb – „Heiraten wäre mir ein schrecklicher Gedanke gewesen“

Historische Aufnahme zeigt die deutsche Schriftstellerin und Pazifistin Annette Kolb im seitlichen Profil mit Hut um das Jahr 1915. (Getty Images / Corbis / adoc-photos)Annette Kolb ist vor allem für ihre heiteren, ironischen Gesellschaftsromane bekannt. Die Deutsch-Französin nutzte ihre Freiheiten ohne Ehemann und bestand noch im hohen Alter selbstbewusst auf der Anrede „Fräulein“. Vor 150 Jahren wurde Kolb geboren.

Deutschlandfunk, Kalenderblatt

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Büke Schwarz über ihre Graphic Novel – Die Frage nach der Pflicht zur Gegenwehr

Im Panel aus "Jein" läuft die Protagonisten weg von einem Pulk aus Kameraleuten und Journalisten. (Jaja Verlag / Büke Schwarz)Das Türkei-Referendum, das Präsident Erdoğan weitreichende Machtbefugnisse bescherte, hat die Comic-Autorin und Deutsch-Türkin Büke Schwarz zu einer Graphic Novel inspiriert. Mit „Jein“ positioniert sich die Künstlerin persönlich und politisch.

Deutschlandfunk Kultur, Lesart
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Auschwitz-Zeugin: Was war und was nie wieder geschehen soll

Sie wog noch 26 Kilo – aber sie hatte Auschwitz überlebt: Die bewegenden Erinnerungen von Ginette Kolinka erscheinen erstmals auf deutsch.
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„Das KZ Universum“ von David Rousset: Der Tod war das Betriebsziel

Schon 1946 lieferte David Rousset einen harten und klaren Bericht seiner Erfahrungen in Konzentrationslagern. Erst jetzt erscheint „Das KZ Universum“ auf deutsch. Die Lektüre ist ein Schock.
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